Der Tanz des Jokers mit dem Teufel

Sonntagabend gibt’s doch nichts Schöneres als ein Eishockeyspiel. Daher bin ich am Sonntag mal wieder ins Allgäu zum ESV Kaufbeuren gefahren und was mir geboten wurde – ach, lest selbst. 

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Relativ früh im Spiel musste sich das schwächelnde Kaufbeurer Unterzahlspiel unter Beweis stellen, doch es kam noch dicker und die Joker mussten eine Fünf-gegen-drei-Unterzahlsituation überstehen. 31 Sekunden doppelte Überzahl für die Gäste aus der Kurstadt. Aber nichts da, UNO REVERSE! Kaufbeuren durfte selbst für über 90 Sekunden in doppelter Überzahl ran, doch auch diese Powerplays blieben ohne Erfolg. Gerade als ich den Torschützen vom 1:0 niedertippen wollte, dachte sich Bad Nauheim „Keine Pause – wir ziehen durch!“ und erzielten den schnellen Ausgleich. Kurz vor der Drittelpause wanderte Luigi Calce für einen Stockschlag auf die Strafbank, doch die verbleibenden 29 Sekunden überstanden die roten Teufel schadlos.

So. Ich weiß, ihr habt es vermisst: Ich bewerte mal wieder Stadionessen. Ich hatte die Steaksemmel. Mein Eindruck: sehr solide! Sieben von zehn Eisblöcken. Zurück zum sportlichen Teil. Die verbleibenden 91 Sekunden Überzahl der Hausherren konnten nicht genutzt werden. Das beflügelte die Gäste aus Nauheim und sie schalteten einen Gang hoch. Entsprechend gingen die Gäste auch in der 24. Spielminute durch Aubin in Führung. Die Lebensversicherung des ESVK im zweiten Drittel war ein starker Daniel Fießinger. Der Goalie hielt sein Team mit einigen sehr starken Paraden am Leben, aber wenn man von einem Goalie spricht darf man den starken Jerry Kuhn nicht vernachlässigen. Der Nauheimer Goalie glänzte ebenso. Unter anderem, indem er Joey Lewis‘ Penalty parierte. Doch im Powerplay konnte er McAuleys Schuss nicht abwehren und das erweckte die Kaufbeurer Fankurve wieder zum Leben. So stand es zur Mitte des Spiels 2:2 und damit wurde es auch ruppiger. Simon Schütz und Parker Bowles wanderten auf die Strafbank und zum Ende des Drittels fanden sich dann beim Verlassen des Eises noch Gesprächspartner.

Das dritte Drittel begann mit der verbleibenden Überzahl von den Gästen. Doch auch diese konnte man schadlos überstehen aus Sicht der Allgäuer. Während es auf dem Eis um jeden Millimeter ging, feuerten beide Fanlager Ihre Teams an. Es ging rauf und runter doch die Tore wollten nicht fallen - zur Freude der Goalies. Sten Fischer hatte am Sonntagabend mehrere gute Chancen, doch dem talentierten Youngster war Fortuna nicht wohlgesinnt, aber wie heißt es so schön: „Glück erarbeitet man sich“ oder „Die Saison ist noch lang“. Genug der Phrasen, am Ende muss ich noch ins Eisblog-Phrasenschwein einzahlen. 

8:30 vor Ende leistete Brent Aubin seiner Mannschaft einen Bärendienst, indem er einen unnötigen Bandencheck gegen Simon Schütz fuhr. Doch auch diese Unterzahlsituation konnten Jerry Kuhn und seine roten Teufel ohne Schaden überstehen. Auffällig am Sonntag war, dass Kanninen Bad Nauheim neues Leben eingehaucht hat und wenig Probleme hatte, sich in der Mannschaft zurecht zu finden. Aber weil Nauheim die Strafe gerade so gut überstanden hat, wollte Kaufbeuren auch mal wieder ihr PK präsentieren. Zum dritten Mal an diesem Abend „zu viele Feldspieler“. Da es zu keinem weiteren Tor in der regulären Spielzeit kam, gab es einen Zuschlag. Beide Teams hatten in der Overtime ihre Möglichkeiten, doch die Goalies waren stets bereit. 18 Sekunden vor Ende der Overtime wanderte McAuley dann für Beinstellen auf die Strafbank und alle stellten sich auf das Penaltyschießen, doch die Joker Joey Lewis und Jamal Watson hatten keinen Bock. Bully-Gewinn, Pass auf Lewis. der bedient Watson und Ende. 3:2 nach Overtime. Die Heimfans feierten ihren „Man of the Match“ Jamal Watson lautstark. Auf Seiten der Kurstädter war Henri Kanninen der beste Spieler. 

Ich habe vor und nach dem Spiel noch etwas Content mit je einem Spieler beider Mannschaften gedreht, ihr könnt euch auf was freuen.
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Moritz Mühlbauer