Spitzenspiel mit vielen Highlights

Sonntag, der 28.01.2024 war es so weit: Nach fast einem Jahr war ich mal wieder in Regensburg zu einem Spiel akkreditiert.

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Bei meinem ersten Besuch in Regensburg 2023 kämpften die Eisbären um den Klassenerhalt. Ein Jahr später steht man sehr weit oben in der Tabelle. Die Eisbären Regensburg empfingen die Kassel Huskies, welche lautstark von ihren mitgereisten Fans (über 900 alleine im Sonderzug) unterstützt wurden. Es war mir sehr schnell klar, dass dieses Spiel heute ein besonderes wird. Neben den Fans aus Kassel haben sich ein paar Eishockeyverrückte (im positiven Sinne) von unserem Discord in Regensburg getroffen, um gemeinsam den geilsten Sport der Welt zu zelebrieren. An dieser Stelle Grüße an euch <3.

Vor dem Spiel wurde ich zu meiner großen Überraschung gefragt, ob ich ins Studio will zu SpradeTV. Ja gut, dann hab ich halt mal eben den Eisblog bei SpradeTV vertreten - öfter mal was Neues. Der Spielbeginn hat sich leider aufgrund einer zerbrochenen Scheibe verzögert. Das hat aber nicht wirklich auf die Stimmung gedrückt und man hatte länger etwas von der elektrisierenden Atmosphäre. Als es dann mit einer kurzen Verzögerung losging, ging das Feuer von den Rängen auf das Eis über, Checks wurden von Anfang an zu Ende gefahren und man hat sich absolut nichts geschenkt. Mir ist David Booth von Anfang an positiv aufgefallen, der Mann strahlt seine Erfahrung einfach aus! Nach knapp acht gespielten Minuten bereitete eben erwähnter David Booth das 1:0 durch Jakob Weber vor. Die Freude der Regensburger Anhänger hielt nur kurz an, denn Tristan Keck ließ Jonas Neffin keine Chance und glich aus. Das Spiel war wirklich sehr ansehnlich und ging rauf und runter, beide Teams hatten ihre Chancen. Die Regensburger wollten unbedingt zuhause gegen Kassel gewinnen, das konnte man deutlich sehen und so gelang ihnen in der 13. Spielminute die erneute Führung durch Abbott Girduckis. Gegen Ende des ersten Drittels wurde es nochmal ruppiger und die Regensburger fanden offensichtlich bei Ryan Olsen die richtigen Knöpfe. Dieser wanderte vollkommen zu Recht für übertriebene Härte auf die Bank. Das Penalty Killing von Kassel sollte am Sonntagabend ohne Gegentor bleiben.

Zur ersten Unterbrechung haben die Eisbären das Gruppenbild von unseren Discord-Mitgliedern, welche im Stadion waren, auf den Videowürfel geworfen und sie gegrüßt. Eisbären, euch muss man einfach liebhaben!

Im zweiten Drittel drehten die Jungs von Bo Subr ordentlich auf und erarbeiteten sich mehr und mehr Spielanteile und so gelang Tristan Keck der verdiente Ausgleich im Powerplay. Doch auch Regensburg hatte einige Chance, welche Philipp Maurer entschärfen konnte. Kurz vor Ende des Mittelabschnitts wanderte Jakob Weber für ein Halten für zwei Minuten auf die Strafbank und Daniel Weiß feierte seinen Premierentreffer bei den Schlittenhunden, welcher aus noch sehr ansehnlich war! Die Stimmung war an diesem frühen Sonntagabend überragend - genauso wie das Spiel eben.

Im letzten Abschnitt wollten die Nordhessen den Sieg unbedingt klar machen und erspielten sich Chancen, aber Endstation war immer wieder der gut aufgelegte Jonas Neffin. In der 52. Spielminute gab es einen einstudierten Spielzug beim Bully. Girduckis legte die Scheibe dem Gegner beim Bully durch die Füße rüber auf Trivino: Ding Dong, Ausgleich und die Halle steht Kopf. Kassel versuchte wieder vermehrt offensiv Akzente zu setzen, aber es bleib beim 3:3. So oft ich Jonas Neffin gelobt habe, muss ich aber auch Philipp Maurer loben! Beide junge Goalies waren sehr stark unterwegs am Sonntagabend. Die Eisbären Regensburg konnten ausverkauftes Haus für das Spitzenspiel der DEL2 vermelden, so wie es sich gehört. Im Allgemeinen ist das Interesse an den Eisbären Regensburg größer geworden, nach der Hauptrunde 22/23 hatte man einen Zuschauerschnitt von 3350 hat man diese Saison bisher 3794 Zuschauer im Schnitt. In der 58. Spielminute meinte ich zu meinem Nebenmann, dass die Eisbären jetzt vermutlich in der letzten Minute den Gamewinner machen. Ich lag etwas daneben, denn die Eisbären gingen bereits in der 59. Minute in Führung. Das sollte auch das letzte Tor dieses Topspiels werden, 4:3-Endstand.

Nach dem Spiel gab es dann von den gut gelaunten Kassel-Fans die Forderung nach Corey Trivino, welcher an diesem Abend ein Tor und eine Vorlage gegen seinen Ex-Verein erzielte. Er fuhr vor die Auswärtskurve und wurde dort frenetisch von den Kasselanern gefeiert. Das ist einfach Eishockey! Hut ab dafür!

Nach dem Spiel hatte ich noch kurz die Möglichkeit mit David Booth zu sprechen, für ihn war es ein Topspiel, welches eng war mit dem verdienten Sieg für die Regensburger endete. Seine Eindrücke, dass die Liga in der laufenden Saison sehr eng sei, können wir alle bestätigen. Er erzählte mir, dass es ihm sehr viel Spaß mache in der DEL2 zu spielen und er doch etwas überrascht sei, wie die Fans in Deutschland für ihre Clubs brennen. Er war sichtlich froh, dass er sich für die DEL2 entschieden hat und betonte, wie gut es ihm gefällt. David Booth ist inzwischen 39 Jahre alt und laut Aussagen von Offiziellen immer der Erste am Eis im Training und der Letzte der geht. Was ich irgendwie besonders cool fand war sein Ritual. Er war immer der letzte Spieler, der vom Eis ging und machte einen kurzen Schlenker zu Frau und Kindern um sie abzuklatschen bevor es in die Kabine ging. Über die Stadt und Bayern im Allgemeinen hatte der US-Amerikaner nur positives zu berichten. Ihm gefällt das Wetter, die Kultur und die Geschichte der Stadt. Er betonte immer wieder wie glücklich er und seine Familie in Regensburg seien. Ich konnte mich nach diesem Nachmittag in Regensburg auch nur den Worten von David Booth anschließen und sagen: Es war mir wie immer ein Vergnügen.
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Moritz Mühlbauer