What´s up, Bayreuth?
Wie zum Teufel ist Bayreuth in der Liga geblieben? Ganze 24 Punkte Rückstand waren es am Ende der Hauptrunde auf den vorletzten Platz. So wiederholten die Tigers eine Heldentat, die bereits im Vorjahr vom abgeschlagenen Letzten Selb geschafft wurde. Teil vier des Saisonrückausblicks.

(Foto: JMD Photographie)
Das Positive: Rainer Schan!
Ohne die Einstellung des „Manager Sports“ (ein weiterer dieser unzähligen neumodischen Begriffe für „Sportdirektor) wäre Bayreuth abgestiegen. Soweit traue ich mich zu gehen, denn Schan ist ein echter Fachmann, den es in der Form vorher am Standort nicht gab. Als Mitgründer von MMR Sports Consulting, einer Spielerberatungs-Agentur, hat Schan ein starkes Netzwerk vorzuweisen. Über dieses holte er unter anderem Simon Gnyp, der in den Playdowns zu einem der stabilsten Verteidiger avancierte.
Unwort des Jahres: Königstransfer!
Was gab es für wilde Gerüchte um die Gehälter in Bayreuth? Besonders die beiden Finnen Sami Blomqvist und Petteri Nikkilä standen hierbei im Fokus unserer Instagram-DM-Zusendungen. Das Abenteuer von Letzterem, den die Tigers selbst als „Königstransfer“ ankündigten, endete bereits im Dezember wieder. Statt einem Verteidiger aus dem höchsten Regal gab es ein Missverständnis aus derselben Kategorie. Eine der Entscheidungen, die zu der Saison geführt haben, die sie nun mal war.
Der Rückblick: Panik auf der Titanic!
Entgegen der – sicherlich selbstironisch gemeinten - Fangesänge direkt nach dem Klassenerhalt, war die Panik auf der Titanic während der Saison deutlich spürbar. Hunderte Kommentare gaben sich unter den Social-Media-Grafiken der Tigers die Hand. Die Kritik, die Selbstaufgabe im Fanlager wurde Woche für Woche, Niederlage für Niederlage deutlicher – und wer möchte es ihnen verdenken? Die Hauptrunde geht als eine der schwächsten der DEL2-Geschichte in die Annalen ein. Ohne Coach Chernomaz die Klasse auch nur annähernd absprechen zu wollen, muss man auch von einer Portion Glück sprechen, dass in der zweiten Runde ein am Boden liegenden Heilbronn als Gegner bereitstand – oder eher lag.
Der Blick nach vorne: Erneute Hoffnung!
Nächste Saison sollte man dieses Spiel mit dem Feuer unterlassen, denn dann wird der Hauptrunden-Letzte direkt absteigen. Das wissen auch Chernomaz und Schan. Beide arbeiten bereits seit Monaten am Kader für die Saison 2023/24. Bayreuth möchte weg vom Image der grauen Maus und wieder hin zu dem Verein, der gerade in seiner DEL2-Premierensaison so begeistert hat. Dafür sind zwei fähige Männer am Ruder der auferstandenen Titanic.
Das Team 23/24: Siegertypen!
Es wird – wie schon letzten Sommer – einen Umbruch geben. Dieses Mal aber praktisch den maximal möglichen. Nur sieben Spieler bleiben, stattdessen wird Schan den Tigers eine ordentliche Spritze der Meister-Towerstars verpassen. Langmann ist seit Monaten fix, auch Dronia und mindestens zwei Stürmer folgen unseren Infos nach. Auch in der Oberliga bedient man sich wohl unter anderem mit Zach Dybowski aus Passau. Es wird eine - auf dem Papier erneut - sehr schlagkräftige Truppe werden.
Die Zielsetzung: Platz zehn!
Bloß nicht wieder in das Haifischbecken Playdowns. In der kommenden Saison soll in Bayreuth von Anfang an ein anderes Gefühl entstehen. Auf keinen Fall möchte man wieder in einen Negativstrudel geraten, wie es vergangene Spielzeit der Fall war. Team über Individuen, Erfolg statt Trauer. Die Pre-Playoffs müssen das Ziel sein und können mit der Qualität des Teams eigentlich auch problemlos erreicht werden.
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Simon Rentel





