What´s up, Dresden?

Hmmm, was machen wir aus euch, liebe Eislöwen? Die letzte Saison war erst solide, dann erneut enttäuschend. Werden die richtigen Schlüsse gezogen? Nächster Teil unseres Saisonrückausblicks.

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(Foto: JMD Photographie)

Das Positive: Wieder oben dabei!

Nach der Horror-Hauptrunde 2020/21 schafften es die Eislöwen nach dem zweiten Tabellenplatz vorvergangene Saison nun auf Rang fünf. Das ist ob der vielen Aufs und Abs gar nicht mal so selbstverständlich, wie man es von einem Team mit DEL-Avancen erwarten dürfte. Doch es gibt grundsätzlich ein gutes Gefühl für anstehende Aufgaben.

Unwort des Jahres: Emotionslos!

Eine Beschreibung, die sich in Fankreisen über die ganze Saison hinweg hielt und auch die offizielle Begründung für die Entlassung vom früheren Erfolgscoach Andreas Brockmann sorgte. „Emotionslose Auftritte“ habe das Team unter Brockmann gezeigt. Es folgte ein kurzer Aufwärtstrend unter Petteri Kilpivaara, der aber auch früh endete.

Der Rückblick: Playoff-Probleme!

Das, was Bad Nauheim im letzten Jahr perfektionierte, war Dresden seit einigen Spielzeiten verwehrt geblieben: ein Playoff-Team. Den Eislöwen fehlen Charakter wie Daniel Weiß oder Importstürmer wie Vause und Hickmott, die ihre Aufgabe auch im defensiven Bereich mit größter Sorgfalt ausführen. Stattdessen gab es zwar eine furiose und höchstrespektable Aufholjagd in der Serie gegen Krefeld, dann aber in Spiel sieben doch wieder einen dieser blutleeren, Matthias Roos würde wohl sagen „emotionslosen“, Auftritte. Erneut waren die Aufstiegsträume der Eislöwen im Keim erstickt.

Der Blick nach vorne: Auf ein Neues!

Nun also wird auch Kilpivaara seinen Stuhl wieder räumen müssen. Corey Neilson hat die Flüge für August schon buchen lassen und wird der neue Eislöwen-Coach. Ein Mann, der ordentlich Charakter mitbringt. Eine beeindruckende Persönlichkeit, die für Ordnung in der Kabine sorgten wird. Allerdings auch jemand, der zuletzt 2013 bewiesen hat, dass er ein Meisterteam aufbauen kann.

Das Team 23/24: Bye bye, Captain!

Jordan Knackstedt war in den letzten Jahren das Aushängeschild des Teams, wurde sogar zum besten Spieler der DEL2 gekürt. Nun trennte man sich freiwillig vom spielstarken Center, der stattdessen langfristig in Selb unterschrieben hat. Knackstedt war einer der Jungs, auf die in den letztjährigen Playoffs kein Verlass war. Ansonsten wird die Mannschaft eher punktuell verändert werden. Torhüter und Verteidiger bleiben praktisch unangetastet, einzig Garrett Pruden dürfte dazukommen. Auch im Sturm mit Saakyan, Koziol und wohl Bindels bisher nur drei Neue.

Die Zielsetzung: Halbfinale!

Einfach mal wieder eine Playoffserie überstehen! Eine Gewinnermentalität entwickeln. Eingekauft hat man diese – bisher – nicht, es sollen ähnliche Jungs richten wie im letzten Jahr. Diese müssen allerdings nun beweisen, dass sie sie mit dem Messer zwischen den Zähnen nicht nur das eigene Zahnfleisch kaputt machen, sondern auch ihre Gegner.
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Simon Rentel