What´s up, Ravensburg?
Blöde Frage. Was soll schon los sein? Meister sind wir! Ravensburg schwebt auch eineinhalb Wochen nach dem Meistertitel noch auf Wolke sieben. Naja, die Fans und das Team zumindest. Die sportliche Leitung sucht stattdessen nach den letzten Puzzleteilen für die kommende Saison.

(Foto: JMD Photographie)
Das Positive: Pokal!
Erstmals seit 2019 stemmten die Oberschwaben wieder den DEL2-Pokal in die Höhe. Eine Geschichte, die vor allem auch immer mit dem Trainer in Verbindung gebracht werden wird. Peter Russell wurde einen Tag vor Heiligabend in Augsburg gefeuert und feierte genau 127 Tage später den wohl größten Erfolg seine Trainerkarriere. Das Ganze nur um dann wiederrum sieben Tage später mit Team Great Britain in die Top-Division der Weltmeisterschaft aufzusteigen. Wir ziehen unsere Bavarian Caps.
Unwort des Jahres: Bauernopfer!
Was haben die Towerstars nicht auf den Deckel bekommen. Gerade von außen – auch von uns - wurde die Freistellung von Tim Kehler im Januar als überzogen, verfrüht und schlicht unfair betitelt. Kehler sei ein Bauernopfer und eigentlich auch nur geflogen, weil es Erfolgscoach Russell auf den Markt spülte. Tja, im Nachhinein muss man sagen: Alles richtig gemacht, Herr Heinrizi. An der Stelle sei aber angemerkt, dass neben Russell auch Kehler seinen Anteil an diesem Meistertitel hat.
Der Rückblick: richtige Entscheidungen!
Wenn du Meister wirst, hast du viel richtig gemacht. Das gilt vor allem für die sportliche Führung. Im Sommer noch durfte man Sorgen haben, dass es eine Art Übergangssaison für die Oberschwaben werden wird. Viele (vielversprechende) Youngster wurden verpflichtet. Einige davon stellten sich als Volltreffer raus, manche konnten den Sprung noch nicht schaffen. Schlussendlich dann schlicht beeindruckend, wie leicht sich Ravensburg ab dem Halbfinale mit Krefeld und Bad Nauheim getan hat. Landshut war der Stolperstein.
Der Blick nach vorne: Trainerbeben?
Der/die/das bestens informierte RinkRat warf vor fünf Tagen die Bombe in den Twitter-Raum: Peter Russell soll nicht zu den Towerstars zurückkehren. Abschied nach Meisterschaft? Es wird gerüchtet, dass seine Frau, von der er in den letzten Jahren aufgrund der Tätigkeit in Deutschland des Öfteren räumlich getrennt war, gerne wieder gemeinsam in Großbritannien leben möchte. Das wäre ein herber Schlag für Ravensburg.
Das Team 23/24: Bayreuth Towerstars!
Der größte Widersacher des Meisters ist der Tabellenletzte! Soweit logisch, oder? Bayreuth und vor allem der frühere Towerstars-Sportdirektor Rainer Schan wildern in den Katakomben der CHG-Arena. Der Wechsel von Jonas Langmann ist bereits offiziell, Pawel Dronia und Josh MacDonald werden wohl folgen. Auch einer der Latta-Brüder ist im Gespräch. Mit Sharipov gelang Ravensburg ein echter Coup als Langmann-Ersatz, auch der gerüchtete Lukas Mühlbauer kann weiterhelfen. Heinrizi wird erneut eine schlagkräftige Truppe zusammenstellen.
Die Zielsetzung: Top vier!
Irgendwie blickt man in Ravensburg in eine ungewisse Zukunft. Das muss nichts Schlechtes sein, birgt vielleicht sogar die Chance auf eine neue Ära. Bleibt Russell doch, ist Ravensburg alles zuzutrauen – auch eine erneute Meisterschaft. Gibt es einen neuen Coach, der mit der Teamzusammenstellung praktisch nichts zu tun hatte, müssen die Ziele neu gesteckt werden. Die Top vier halte ich zu diesem frühen Zeitpunkt für realistisch. Viel mehr wäre ob der vermeintlich ernstmachenden Konkurrenz in Kassel und Krefeld vermessen.
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Simon Rentel





