Fünf Minuten wegen Meinung – NHL
Loch. In einem tiefen schwarzen Loch befinde ich mich. Die NHL-Saison ist offiziell vorbei und das Grande Final findet ein maues Ende. Viele Fragen klärten sich am Mittwoch in der Früh, nur eine ist jetzt neu – was zum Geier machen wir jetzt um 2 Uhr morgens???

(Foto: IMAGO - Imagn Images - Sergei Belski)
Die Zeit des Panthers! Nicht einmal ein Spiel 7 haben die Panthers uns gegeben. Ja, diese Formulierung ist extra so gewählt, denn diese Serie hat noch einmal deutlich unterstrichen, dass Florida in den Playoffs machen konnte, was sie wollten. Klar, dieses Finale war jetzt nicht auf Berliner Art, denn wir befinden uns immer noch in der NHL und Spannung muss wenigstens vorgetäuscht werden. Es wirkte aber so, als hätten die Panthers in jeder Situation noch drei oder vier Gänge hochschalten können, um am Ende eben doch nichts anbrennen zu lassen. Hatte jemand jemals Zweifel, dass sie Spiel 7 gegen die Maple Leafs verlieren würden? Es wirkt, wie geschauspielerte Spannung, die eben nur vonstattengeht, damit die Menschen weiterhin die NHL verfolgen. In Berlin hätte man höchstens Mal ein Spiel abgegeben. Trotzdem ist das Ergebnis am Ende das Gleiche. Die Domstadt muss eine bittere Finalniederlage hinnehmen. Wie willst du aber auch diese Panthers schlagen? Selbst wenn der einzige Spieler, der in den ersten Spielen MINIMAL abgefallen ist, hinten heraus mit der Nachricht kommt, dass er mit gerissenen Adduktoren gespielt hat. Wer soll sie nächstes Jahr schlagen, selbst wenn jetzt ein, zwei oder sogar drei, vier Leute gehen sollten. Playoffs sind Panther-Gebiet und das wird sich erstmal nicht ändern – zumindest in der NHL. Die Augsburger Panther dürfen sich wieder über den Cup freuen. Nie war es besser ein Panther zu sein.
„What´s the takeaways?“ Und was bleibt auf der anderen Seite? Zum Ersten die Erkenntnis, dass sie letztes Jahr trotz 0:3-Rückstand näher dran waren – wahrscheinlich hat Florida schon da mit ihnen gespielt, für die Spannung eben. Und zum Zweiten „that we didn´t win“, so wie Leon es in seiner typisch direkten Art zusammenfasste. Einen Punkt hat er aber unterschlagen, was ich ihm nach so einer Finalniederlage mal verzeihe und das ist die Erkenntnis, dass die Oilers kein Torwart-, sondern ein Defensiv-Problem haben. Was bringt dir ein Evan Bouchard mit 90 Punkten in der Saison, wenn er defensiv katastrophale Fehler macht. Nurse und leider auch ein Ekholm waren ebenfalls nicht frei von Fehlern. Klar, Skinner ebenfalls nicht, dennoch wird jeder Fehler von ihm gleich 300 Mal so schlimm bewertet. Natürlich sind das auch die Leiden des jungen Torhüters, die schon Goethe zur Verzweiflung brachten, aber so oft wie er ihnen den Allerwertesten gerettet hat, haben nicht mal Fake News Donald Trump gerettet. Deswegen: Wenn Edmonton Skinner traden würde, wäre es absoluter Nonsens. Die Oilers müssen sich jetzt mit voller Kraft hinter die McDavid-Verlängerung setzten, dann Skinner und Pickard halten und in der Abwehr umstrukturieren. Falls Skinner in der Hauptrunde etwas Ruhe zum Entwickeln bekommt, wer sagt nicht, dass er dann auf Level mit dem besten Playoff-Goalie der letzten Jahre sein kann, gegen den er die beiden Finalserien verloren hat? Mit dem Plan bin ich bereit für Panthers gegen Oilers Teil 3 – Edmonton schlägt jetzt wirklich zurück.
DIE ZUKUNFT! Bereits Thaddäus hat ein Nervenzusammenbruch erlitten, als er davon erfahren hat, dass er in der Zukunft ist. Ich bin bereit für die neue Saison, neue Namen in neuen Trikots, neue und alte Namen an den Banden, unter anderem auch ein Deutscher. Zudem Aufmerksamkeit für die NY Islanders in den ersten Wochen. Klar, dieses Draft ist kein Connor- oder Celebrini-Draft, aber mit Matthew Schaefer sollten sie trotzdem gut bedient sein. Gut bedient war dann bestimmt auch Pete DeBoer, der sich mit seinen letzten Aussagen tatsächlich ins Offside gestellt hat. Dafür wird in Dallas bereits ordentlich für die neue Saison geplant, um wieder im Conference Final zu scheitern. Für zwei Deutsche ist es zudem auch noch nicht klar, wo es nächste Saison weitergeht. Im Falle von JJ Peterka wird es auf jeden Fall die NHL sein. Im besten Fall sogar weit weg von Buffalo. Am Beispiel von Sam Reinhardt sieht man, welche Leistung ein Spieler dann vollbringen kann. Bei Nico Sturm ist alles möglich. Zwischen Verlängerung in Florida, Ein-Jahres-Vertrag in Edmonton, Rückkehr nach San Jose oder sogar nach Augsburg. Für diesen Blog ist nichts mehr möglich, deswegen bedanke ich mich von Herzen bei jedem, der sich diese Saison diesen Blog gegeben hat. <3
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Torben Reith





