Fünf Minuten wegen Meinung – NHL
GaLiGrü, Kalenderwoche 46 des Jahres 2025 ist in den Büchern und somit auch eine weitere Woche voller NHL-Eishockey. Während die Nashville Predators jetzt auch noch die Europäer mit ihrem Spiel terrorisieren, verzaubern die jungen Wilden die Nordamerikaner (und alle haben sie dabei lieb, zumindest bis Februar). Außerdem: Gute Nachrichten für alle Oilers, Zach Hyman ist wieder da und hat sofort positiven Impact. Dann kann die Saison und dieser Blog ja losgehen.

(Foto: IMAGO - Bildbyran)
Global Series! Finnland lacht über Schweden. Das könnte die Überschrift in Tageszeitungen sein, die sich rund um dieses Thema beschäftigen. Wie verarscht müssen sich die Schweden eigentlich vorkommen? Letzte Saison waren mit den Dallas Stars und den Florida Panthers noch zwei der besten vier Teams der Saison in Tampere zu Gast. Und nun? Naja, immerhin einer der besten Spieler der Geschichte. Doch wenn einen nur sowas interessiert, kann man auch nach Tschechien fahren und Jaromir Jagr live zusehen. Wenigstens Evgeni Malkin hatte Mitleid mit den Schweden und setzte mit den zwei Treffern von hinter der Torlinie die Highlights dieser Spiele. Klar: Auch wenn Pittsburgh in der Frühphase zu den besseren Teams gehört, werden sie dieses Level nicht halten können, oder? Welchen Rekord jagt Crosby? Sind die Penguins die neuen Capitals? Viele Fragen. Doch was klar ist: Auch wenn die Preds am Freitag gewonnen haben, sind sie maximal ein zahnloser Tiger, sodass aktuell selbst die Straubing Tigers über sie lachen müssen. Wisst ihr noch als die Preds vor dem Beginn der letzten Saison als Dark Horse galten? Lang lang ist es her.
Keine Zukunftsängste! Der Blick in die Zukunft kann für manch' einen angsteinflößend sein, doch nicht für einige Teams der NHL und vor allem nicht für die kanadische Nationalmannschaft. Bedard, Celebrini, Smith, Carlsson und Schaefer: Es sind aktuell die Youngstars, die die Liga in Atem halten und zum Staunen bringt. Mit Bedard und Celebrini hat die Liga eigentlich schon ihre designierten Nachfolger für Ovi und Sid. Zwei Spieler, die sich individuell, aber auch mit ihren Teams über Jahre auf Topniveau messen werden. Ein Faktor kommt bei diesen beiden noch dazu: Sie haben die gleiche Nationalität und könnten im Februar zusammenspielen. Dabei ist das nicht mal sicher, während jede andere Nation für sie den roten Teppich ausrollen würde. Kommen wir aber nochmal auf die "designierte Nachfolger"-Nummer zurück, denn Celebrini scheint hier in eine Doppelrolle gedrückt zu werden. Denn mit seinem kongenialen Partner und geheimen Hollywoodstar Will Smith wirken die beiden wie die Nachfolger für McDrai. Die Ansprüche könnten nicht höher sein, aber sie legen diese mit ihrer Performance auch so hoch, also selbst schuld.
Mach aus dem ae ein ä und lass den Mann für den DEB auflaufen! Mit Matthew Schaefer hat es ebenfalls ein sehr junger NHL-Spieler geschafft, die Anforderungen an ihn in den Himmel zu schrauben. Die meisten Tore aller Defender, die meisten Punkte, Tore und Eiszeit aller Rookies und jetzt auch jüngster Overtime-Torschütze in der NHL jemals. Klar, als Nummer-eins-Pick kommt man immer mit etwas Vorschusslorbeeren, aber diese Saison war es ein weniger gehypter Draft und Schaefer wirkte wie ein Überraschungsei. Gerade mal 17 Spiele konnte er in der letzten Saison verletzungsbedingt absolvieren. Doch in diesen 17 erzielte er eben 22 Punkte und das nicht bei irgendeinem Eishockeyclub, sondern den Erie Otters, dort wo auch McDavid vor der NHL unter Vertrag stand. Schaefer gibt auch seinem Franchise wieder neuen Flair. Die Islanders sind eine graue Maus der Liga. Bei einer Aufzählung aller NHL-Teams kann man sie schon mal vergessen. Kein Wunder: Das letzte Mal, als sie eine Runde Playoffs überstanden, war tiefste Coronazeit und die wirklichen Superstars hat das Team auch nicht mehr. Und die Prime ist schon laaaaaaaaange her. Doch jetzt ist Schaefer da, der Heilsbringer, der Messias, der "Relevantermacher". Bald herrscht dann wohl frühe 80er-Stimmung auf Long Island.
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Torben Reith





