Fünf Minuten wegen Meinung – NHL
Zum ersten Mal seit dem Beginn der NHL in Nordamerika gibt es einen Spieltag Pause. Die Liga erholt sich von zuletzt turbulenten Wochen und gibt uns die Möglichkeit, ein kleines Zwischenfazit unter das knapp erste Viertel der Saison zu machen.

(Foto: IMAGO - Imagn Images - Sergei Belski)
Raus und wieder rein! Es ist irgendwie ein bisschen wie bei dem Meme von den Simpsons. Zuerst muss sich Moe abquälen, um den betrunkenen Barnie aus seiner Kneipe rauswerfen zu können und als er dachte die Arbeit wäre getan, steht er doch wieder in der Kneipe und wartet auf das nächste Bier. Damit tut man ihm ein wenig unrecht, aber so muss es sich für die NHL rund um die Boston Bruins und Jim Montgomery angefühlt haben. Erst feuerte das Team aus Massachusetts den Head Coach, nur damit fünf Tage später St. Louis ihren Trainer Drew Bannister entließ und sofort Montgomery einstellte. Aus Sicht der Bruins war es bisher ein unglücklicher Saisonverlauf. Man hat weiterhin die hohen Ansprüche des Stanley Cups und konnte zwingend gute Ergebnisse, wegen Verletzungspech und dem Zerfall des wohl besten Goalie-Tandems nicht einfahren. In St. Louis ist man hingegen froh, wenn man seit zweijähriger Abstinenz wieder die Playoffs klar machen würde. Dieses Ziel ist auch klar ausgelegt für diese Saison, nur ist der Stanley-Cup-Champion von 2018/19 unter den Erwartungen in die Saison gestartet. Nach der Übernahme von Montgomery, welcher schon zwei Saisons als Assistenztrainer der Blues agierte, konnte man bisher beide Spiele gewinnen.
Heißer Wolf! Es ist immer schwer bei 32 Franchises die Handvoll herauszuziehen, welche eine Erwähnung wert sind. Dieses Franchise hat es sich allerdings mehr als verdient mal über sie zu reden. Vor der Saison wurden den Calgary Flames nur minimale Chancen in Sachen Playoffs zugeteilt. Nun steht das Team aus der kanadischen Provinz Alberta auf dem zweiten Platz in ihrer Division. Mit ein Hauptgrund für die überraschende gute Frühplatzierung ist der Rookie-Goalie Dustin Wolf. Der geheime Bruder von David Wolf spielte letzte Saison schon 18 Spiele. Trotzdem fällt der 21-Jährige unter die Rookie-Statuten der NHL und ist bei den Buchmachern aktuell sogar führend in Sachen „Rookie der Saison“. Absolut verdient, wenn man Fans der Flames fragt. Wolf konnte in zwölf Spielen schon acht Siege einfahren und dabei einen Shutout bejubeln. Zudem kommt der Youngstar auf eine Fangquote von 92,1 Prozent.
Was fangen wir mit euch an? In jeder Klasse gab es sie, die Problemschüler. Am schlimmsten war es dann allerdings noch, wenn diese Problemschüler tatsächlich mal eine zwei in der Arbeit geschrieben haben und mal gezeigt haben, was sie wirklich draufhaben, nur damit sie kurz darauf wieder den Unterricht stören können. Die San Jose Sharks sind das beste Beispiel dafür. In der Nacht auf Montag schlug das Team von Nico Sturm die LA Kings mit 7:2 und konnte einmal richtig ihr komplettes Potential entfalten, unteranderem mit drei Scorerpunkten von ihrem Messias Celebrini. Diese kurzzeitige Euphorie verflog allerdings schneller als eine Feder im Wind. Schließlich verlor man zwei Nächte später gegen die Ottawa Senators. Am Ende mit 4:3 ein knappes Ergebnis, schaut man dann aber auf das Schussverhältnis, sieht man warum die Sharks ein Problemkind der NHL-Klasse sind. 39:11 (!) Schüsse für San Jose, mehr als jeder dritte Schuss ging an diesem Abend hinter die Torlinie von Mackenzie Blackwood. Somit bleibt das Team aus Kalifornien, das mit dem schlechtesten Punkteschnitt der Liga und wieder scheinen die geringen Playoffhoffunung früh begraben werden zu müssen.
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Torben Reith





