Fünf Minuten wegen Meinung – NHL
Manche Dinge ändern sich im Leben einfach nie: Die Verletzungsmisere in der NHL will nicht abreißen, Bedard und Celebrini spielen weiterhin wie erfahrene Superstars und die Maple Leafs bekommen diese Saison einfach nicht den Fuß auf das Gaspedal. Worauf können sich die Menschen in Toronto noch verlassen, wenn jetzt nicht mal mehr die Hauptrunde problemlos läuft?

(Foto: IMAGO - Imagn Images - Dan Hamilton)
Im Herbst fallen die Blätter vom Baum! Jahrelanges Scheitern verfolgt die Toronto Maple Leafs wie kaum ein anderes Franchise in der NHL – möglicherweise auch, weil es nirgendwo anders ein so großes Thema war und ist. Doch auf eine Sache war immer Verlass: eine stabile Hauptrunde ohne größere Probleme. Aktuell, Ende November, stehen sie in Toronto ohne einen ihrer ehemaligen Superstars Mitch Marner da, welchen die Fans erfolgreich nach Vegas vergrault haben. Zudem hat die konstante Fließbandarbeit der Firma "Auston Matthews GmbH" ihre Produktion in den letzten Jahren etwas runtergeschraubt. Das liegt eben auch daran, dass die Maschine mehrere Wochen nicht einsatzbereit war und zur Wartung nach München musste. Das größte Problem der Leafs ist aber die Defensive. Während sie letztes Jahr noch die achtbeste der Liga und sogar viertbeste Defensive im Osten hatten, stehen sie bislang bei 82 Gegentreffern und sind damit Letzter im Osten und Viertletzter in der gesamten Liga. Wenn die Leafs ihren aktuellen Schnitt halten würden, dann kämen sie am Ende der Saison bei 305 Gegentoren raus. Die Offensive ist im Soll, dort haben sie (trotz des angesprochenen Ausfalls und Abgangs) mit Nylander, Tavares oder Knies Spieler aus dem obersten Regal. Doch nach der Partie gegen die außer Form geratenen Montreal Canadiens, welches verloren ging, sollte jeden Toronto-Fan bewusst sein, dass das Maple Leaf ganz schön am Brennen ist.
P.S. Alle genannten Punkte mit Schwächen in der Defensive und trotzdem gute Offensive sind Eins-zu-eins auf die Oilers zu übertragen. Die Teams trennen in beiden Statistiken nicht viele Plätze.
St. Louis hat den Blues! So, wer jetzt eben aufmerksam gelesen hat, der weiß, dass noch drei Teams in der Liga eine schlechtere Defensive haben als Toronto. Und wer jetzt nochmal kombiniert, der weiß, dass die eine Franchise Edmonton ist und die andere St. Louis, wie die Einleitung verrät. Achso ja: Dazu kommt noch Vancouver, aber die dürfen wir getrost außen vor lassen bei dem Verletzungspech und dem Fehlen von Quinn Hughes. St. Louis hat oilerseske Züge. Sie starten immer schlecht in eine Saison, bis sie ihren Trainer entlassen und es mit dem neuen Coach dann eine so brutale Serie gibt, dass die Fans sich wieder reelle Chancen auf die Playoffs machen dürfen. Wobei sie allgemein noch nicht einmal schlecht dastehen in der Tabelle und das obwohl erst sieben Siege auf ihrem Konto zu finden sind, aber eben auch erst neun Spiele ohne Punkte. Egal wie schlecht die Blues sein werden, am Ende stehen sie dann eh wieder auf dem Wild-Card-Platz.
Graue Maus! Es gibt Teams in Sportarten, die haben keinen Superstar im Team, sind weder gut noch schlecht, aber gehören einfach zur Liga. Die Liga ist groß und der Blog klein, wenn jedes Team nur namentlich hier erwähnt würde, wären die Zeichen schon aufgebraucht. Deswegen widme ich diese Zeichen jetzt euch Colombos Blue Jackets. Ihr macht euer Ding nicht schlecht, auch wenn die ganze Liga aktuell schlecht ist (außer Colorado kommt mal bitte runter, holy sh*t), ihr schwimmt gut mit im Getümmel um die Playoff-Plätze und dürft euch Hoffnungen machen. Es sieht ähnlich eng aus wie letztes Jahr. Zach Werenski ist wieder gut in Form. Er und Kirill Marchenko könnte die Puzzleteile für die Playoffs am Ende sein. Doch mindestens ein eher zwei/drei Gänge müsst ihr zulegen können, denn leicht wird es nicht. Doch im Moment seid stolz, ihr seid vor den Panthers, auch wenn die aktuell sogar gegen die Oilers verlieren.
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Torben Reith





