Fünf Minuten wegen Meinung – NHL

Huuuu, alle ein bisschen durchgeatmet nach der turbulenten letzten Woche? Vielleicht sogar ein bisschen zu sehr, weil nach der vorherigen Woche, in der sich die NHL dachte, dass jetzt mal alles auf einmal passiert, ist ziemlich schnell Ruhe eingekehrt. Es wirkt wie ein zerstörerischer Tornado, der über das Land gefegt ist und jetzt herrscht die Ruhe nach dem Sturm und allmählich wird das Ausmaß der Vernichtung deutlich. 

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(Foto: IMAGO - Imagn Images - Isaiah J. Downing)

Im Westen nichts Neues! Dass diese Saison sich vornimmt die absurdeste der NHL-Geschichte zu werden, ist hinlänglich bekannt, doch mit jeder vorangeschrittenen Woche kehrt eben nicht de Normalität ein, sondern die Absurdität nimmt exponentiell zu. Jüngstes Beispiel ist die Gesamttabelle der Liga. Die besten drei Teams kommen derzeit aus dem Westen, genauer sogar aus der Central Division. Aber da erzähle ich euch ja nichts Neues. Während Dallas und Colorado immer weitermarschieren, scheinen jetzt auch die Wild mit Hughes nahezu unschlagbar zu sein. Absurd, wenn man drüber nachdenkt, dass eines dieser drei Teams in der ersten Playoffrunde rausfliegt. Noch viel absurder ist eigentlich nur, dass der Westen neben den drei besten Teams der Liga, auch die sechs schlechtesten Teams der NHL stellt. Der Grand Canyon war gestern, die Schlucht, die sich im Westen auftut, ist das größte Gefälle Nordamerikas. Eines dieser Bottom-Six-Teams müssen wir mal genauer unter die Lupe nehmen…

Jets ohne Sprit! Neben dem Chaos rund um Vancouver und dem möglichen Downfall von Toronto, bewegt sich ein Franchise bisher außerhalb des Radars, obwohl ihr Downfall mindestmal genauso schlimm ist wie der der beiden Teams zuvor. Gerne würde sie sich in Winnipeg außerhalb des Radars bewegen, weil dann wäre klar, dass der Jet noch funktioniert. Doch dieses Jahr scheint das Benzin raus zu sein. Der größte Faktor ist dabei die Abhängigkeit vom amtierenden Vezina-Trophy-Sieger Connor Hellebuyck. Einen guten Monat war der Mann jetzt raus und in dieser Zeit stand das Team aus Manitoba 3-8-1. Er selbst steht aktuell bei einer Siegquote von 50 Prozent (9 Siege aus 18 Partien). Auch seine Fangquote ist nah an seinem normalen Karrierewert dran. Zudem hat die Defensive knapp 20 Tore weniger zugelassen als die Anaheim Ducks und die führen die Pacific Division an. Trotzdem läuft es bei weitem nicht so gut wie in den letzten beiden Jahren und das Einzige, was es bisher zu feiern gab waren die 1000 Spiele von Nino Niederreiter. Nach nicht mal der Hälfte der Hauptrunde kann gesagt werden, dass es diese Saison sehr eng werden wird für Winnipeg, da sie maximal auf einen Wild-Card-Platz hoffen können und solche Freak-Ungeschlagen-Serien wie letzte Saison einfach nicht drin sind – der Sprit ist einfach raus. 

Apropos Abhängigkeit von einem Connor! Am 12.12. bestritt Connor Bedard sein bisher letztes Spiel für die Chicago Blackhawks. Seither verloren sie alle vier Spiele und sind auf einer Losing Streak von fünf. Man bewegt sich in Chicago immer wieder im Kreis, findet sich dann aber am unter Ende der Tabelle wieder. Die Bedard Verletzung hat allerdings auch einen bitteren Beigeschmack, denn so kurz vor Schluss war sie mehr als unnötig und einfach ein zu hartes Einsteigen. Brayden Schenn könnte damit nicht nur die Hoffnungen der Blackhawks auf entspannte Weihnachten und eine schöne Saison zerstört haben, sondern auch die von Bedard in der Top-Elite anzukommen und vor allem ein Teil des Olympiakaders zu sein. Während Team Canada auch ohne Bedard sehr gut leben kann, muss Chicago einen Plan B entwickeln, bevor die Streak auf zehn Niederlagen anwächst. Wenn du diese Saison etwas mit den Playoffs zu tun haben willst, kannst du dir sowas im Normalfall nicht erlauben. Schlimmer macht das ganze nur, dass vier der fünf Niederlagen auch noch gegen direkte Conference-Gegner waren und mit Philly, Pittsburgh und den Islanders bald die nächsten drei warten. Ein Plan muss her JETZT, sonst kann der Draft wieder früher geplant werden.
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Torben Reith