Fünf Minuten wegen Meinung – NHL
Na ihr Rouladen-Ultras, Raclette-Hooligans und Kartoffelsalat-Kurvengänger, Weihnachtsessen gut verdaut? Über die Feiertage konnte ein wenig vom Tagesgeschäft in der NHL abgeschaltet werden und ein wenig Ruhe ist eingekehrt. Somit ist das der perfekte Zeitpunkt, um die bisherige Saison etwas Revue passieren zu lassen und zu schauen, was diese Saison bisher so abging. Also let’s go.

(Foto: IMAGO - Imagn Images - Kevin Ng)
Die Überraschung! Diese Saison ist zwar vieles anders und es gibt viele Teams, die das Potenzial haben, die Überraschung der bisherigen Spiele zu sein, doch eine Mannschaft sticht zum jetzigen Zeitpunkt mehr hervor als alle anderen. Viele haben ihnen vor der Saison eine bessere Saison prognostiziert als es die letzten waren (viel schlechter ging auch kaum). Manch ein Verrückter nahm sogar das magische Wort „Playoffs“ in den Mund. Doch jetzt, kurz vor dem neuen Jahr, führten die Anaheim Ducks bereits mehrmals die Pacific Division an und stehen (wie der Absatz sagt) überraschend sehr sehr gut da. Der Rebuild trägt endlich seine Früchte. Carlsson, Gauthier, McTavish, Sennecke, Mintyukov, Zellweger - keiner älter als Jahrgang 2003. Die Zukunft ist orange. Und der ganze Aufschwung wird auch noch angeführt von zwei ehemaligen Rangers mit Jacob Trouba und Chris Kreider. Im Nachhinein kann man sagen: Die zwei Puzzlestücke, die noch gefehlt haben. Gepaart mit einem gut ausbalancierten Goalie-Duo sind die Ducks wieder Mighty.
Die Enttäuschung! Beim negativen Maximum fällt die Wahl etwas schwieriger, weil die Auswahl bisher so groß ist. Da hätten wir beispielsweise die Florida Panthers, die unschlagbar schienen und durch Verletzungspech auf einmal doch schlagbar wurden. So langsam kehrt allerdings wieder Normalität ein und der Threepeat wird wieder Thema, also kein Thema für hier. Der Elefant im Raum sind nach wie vor die Toronto Maple Leafs, welche ihren Erwartungen mehr hinterherlaufen als jeder normale Schüler dem Übersportler aus der Klasse bei den Bundesjugendspielen. Auch die Jets und Canucks wurden hier in der jüngeren Vergangenheit diskutiert und analysiert. Eine richtige Antwort auf die Enttäuschung gibt es wahrscheinlich nicht, auch wenn mir da jeder aus dem Umkreis Toronto widersprechen würde.
Die Deutschen! Es ist schön, dass man mit so einem Absatz sogar locker einen ganzen Blog füllen könnte und immer noch nicht alles besprochen hätte. Angefangen natürlich mit dem besten Mr. 1000, Mr. Meilenstein, Leon Draisaitl. Es ist egal wie die Oilers performen, Draisaitl ist immer einer besten Spieler der Liga und 100 Punkte in einer Saison sind mittlerweile keine Hürde mehr. Mo Seider und die Red Wings hätte man genauso gut auch bei der Überraschung nennen können. Nach einem guten Start, kam eine kurze Flaute und jetzt geht es wieder bergauf. Und Mo? Naja der geht halt mit OT-Toren und Marathon-Eiszeiten voran. Mo eben. Timmy Stützle und seine Sens müssen hingegen wieder in die Spur finden. Wenn Stützle über einen Punkt pro Spiel hat und in der Plus/Minus-Statistik nicht im Minus ist, ist das ebenfalls mittlerweile Normalität. Für die Minnesota Wild und Nico Sturm ist es wie auf Wolke sieben. Sturm ist genesen und ist endlich wieder da, wo er hingehört. Hinzu kommt, dass die Wild absolute Maschinen sind und Sturm ein wichtiger Teil davon. Und dann wäre da noch Philipp Grubauer und die Seattle Kraken. So schnell nach der Gründung ist man auch im grauen Bereich der Liga angekommen. Für Grubi läuft es besser als letzte Saison, viel schlechter ist auch hier schwer. Er hat eine Top-Fangquote, mehr Siege könnten es aber sein, das geht auch an die Kraken raus. Dann fängt er uns mit der NHL-Spielpraxis hoffentlich zum Winterwunder von Mailand.
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Torben Reith





