Fünf Minuten wegen Meinung – NHL
In was für einer Welt leben wir?! Während an Weihnachten alle gemütlich Zeit bei ihren Familien verbracht haben, hat sich Gary Bettman offenbar gedacht, dass es eine gute Idee sei, den Menschen in Gelsenkirchen ihr wichtigstes Vermögen aus einer Bank zu stehlen, um damit die NHL weiter zu finanzieren. Oder wie könnt ihr euch sonst das Fahndungsfoto erklären, auf dem ein Typ mit NHL-Cap zu sehen ist?

(Foto: IMAGO - Imagn Images - Matt Martin)
Schere! Wenn man einen Fehler gemacht hat, dann sollte man auch dazu stehen. Genau das tue ich an dieser Stelle und entschuldige mich ausdrücklich bei JJ Peterka. Letzte Woche gab es einen kleinen Saisonrückblick, in dem auch auf die deutschen Akteure in der NHL geblickt wurde – einen habe ich dabei allerdings vergessen. Deshalb gehört Peterka nun dieser ganze Absatz und nicht nur zwei Sätze. Um wenigstens etwas Positives aus der Sache zu ziehen: Das Vergessen zeigt, wie viele deutsche Spieler es mittlerweile in der NHL gibt – und dass so etwas auch mal passieren kann, oder? Also: JJ. Nach seinem etwas überraschenden Trade im Sommer zum jüngsten Franchise nach Utah gibt es noch minimale Eingewöhnungsprobleme. Klar, 29 Punkte aus 42 Spielen und eine Plus-sieben-Bilanz sind gut – mehr aber auch nicht. Utah, und vor allem er selbst, werden den Anspruch haben, dass da noch mehr kommt. In der Welt der deutschen NHL-Spieler ist er damit aktuell noch ein gutes Stück von Seider, Stützle und vor allem Draisaitl entfernt. Sein eigener Anspruch wird es aber sein, zumindest mit den erstgenannten beiden in einem Atemzug genannt zu werden. Dafür fehlt ihm noch etwas.
Nichtsdestotrotz: Der viertbeste Scorer seines Teams zu sein – nach gerade einmal 42 Spielen in einem komplett neuen Klub – ist bemerkenswert. Sollte auch noch seine erste Playoff-Teilnahme folgen, scheint die Entwicklung von John-Jason kaum aufzuhalten.
Wunder oder: Musste auch mal passieren? Zehn Siege am Stück. Nein, die Rede ist nicht von Colorado – auch wenn die das gefühlt schon zum drölfzigsten Mal in dieser Saison geschafft haben –, sondern von den Buffalo Sabres. Also Siege. Ich musste auch zweimal hinschauen. Doch dann kam Spiel Nummer elf, das gleichbedeutend mit einem Franchise-Rekord gewesen wäre – und wurde, sabresgemäß, verloren. Dass auch Buffalo irgendwann mal eine Siegesserie hinlegt, war unvermeidbar. Typischerweise endet diese dann aber nicht nur kurz vor dem Rekord, sondern auch exakt vor den Playoff-Plätzen. Die Sabres vor den Panthers und den Maple Leafs zu sehen, ist Wahnsinn – doch das Ganze kann schon morgen wieder völlig anders aussehen. Und dass im Osten jedes Team über .500 steht, ist ohnehin absolut verrückt. Also lassen wir uns von den Sabres lieber nicht zu sehr blenden. Sorry, liebe Fans. Schöner als diese zehn Spiele wird es nicht mehr – es tut mir leid.
Olympia²! Die ersten Kader für die Olympischen Spiele wurden veröffentlicht und haben vor allem in Nordamerika hohe Wellen geschlagen. Auf der einen Seite der Niagarafälle kann ein Kader offenbar gut aussehen, ohne den amtierenden MVP der Playoffs und eines der größten Top-Talente der NHL zu nominieren. Auf der anderen Seite wurden der „Robocop“ und der Messias von Long Island einfach ignoriert. Am Ende ist es dann auch egal, wenn eine der beiden Nationen jedes Spiel mit 7:0 gewinnt und erst im Finale in der Overtime verliert – dieser eine Spieler hätte den Unterschied machen können. Die Trainer werden schon wissen, was sie tun. Und falls nicht, dann stellen wir einfach von Schweden, Kanada, den USA und Finnland jeweils einen zweiten Kader auf und veranstalten ein zweites 4 Nations Face-Off. Der Sieger spielt dann gegen den Olympiasieger. Mal sehen, welcher Kader am Ende wirklich der bessere ist.
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Torben Reith





