Fünf Minuten wegen Meinung – NHL
Die erste volle Januarwoche ist schon wieder geschafft – und was war im neuen Jahr so los? Trump greift Kolumbien an und entführt deren Präsidenten, daraus entsteht ein kompletter Hype um Nike. Deutschland wird von einem Jahrhundertschneesturm heimgesucht. Und in der NHL? Da versteckt sich der Ersatztorhüter lieber, bevor er für St. Louis gegen Chicago eingewechselt werden muss, nachdem diese bereits sieben Tore ohne Bedard geschossen haben – verständlich. Also ein ganz normaler Jahresauftakt.

(Foto: IMAGO - Imagn Images - Matt Martin)
Good Job! In Sachen Outdoor Games kann kaum eine andere Liga der NHL das Wasser reichen. Denn nicht nur die Inszenierung ist absolute Spitzenklasse, sondern mittlerweile auch die Standortauswahl. Während wir uns gerade zwischen zwei Outdoor Games in Florida befinden, wurde diese Woche angekündigt, dass das NHL Winter Classic 2027 beim neuesten Franchise in Utah stattfinden soll.
Als im letzten Jahr die beiden Outdoor Games für Florida angekündigt wurden, machte sich große Verwunderung breit: Wie soll man bei über 20 Grad im Freien Eishockey spielen? Doch die Veranstalter haben es irgendwie hinbekommen – und damit die NHL ganz bewusst in warme Gefilde gebracht. Das könnte ein Testlauf für mögliche Spiele im Ausland gewesen sein, wo die Liga ihre Präsenz weiter ausbauen will – zum Beispiel in Deutschland, bitte, bitte.
Dementsprechend ist es auch ein guter Move, das nächste Winter Classic in Utah stattfinden zu lassen, um den Sport dort endgültig auf die Landkarte zu bringen. Mit Colorado als Gegner macht man den Deckel dann auch noch rund und lässt entscheiden, wer der König der Rockies ist. Sollte dann auch noch Rocky sein Comeback feiern – absolutes Kino.
Der Kraken! Vor wenigen Tagen habe ich eine sogenannte Tier List gesehen. Darin waren die Anaheim Ducks, die Edmonton Oilers und die Vegas Golden Knights in einer eigenen Kategorie untergebracht. Diese drei Teams galten als die einzigen echten Playoff-Contender aus der Pacific Division.
Durch den Einbruch der Ducks – der früher oder später kommen musste – und wegen eines überragenden zweiten Torhüters gibt es nun aber einen neuen Playoff-Anwärter an der Pazifikküste. GRUUUUU und seine Kraken spielen sich aktuell in einen regelrechten Rausch. Vielleicht ist vom Gründer-Hype doch noch etwas übrig geblieben.
Der eigentliche Faktor ist Philipp Grubauer, der mit überragenden Fangquoten in Frühform für die Olympischen Spiele ist und damit jedem Deutschen Hoffnung auf einen tiefen Run beim Turnier in Italien macht. Sollte Seattle diese Form halten, könnte der Kraken zu einer ähnlichen Gefahr werden wie das Seeungeheuer aus Fluch der Karibik.
1988! Eigentlich ist es unfair, in diesem Blog nur über ein Spiel zu reden – in einer Liga, in der pro Woche locker 40 Partien stattfinden. Doch dieses Spiel hat es einfach verdient. Wenn etwas seit dem 16. Oktober 1988 nicht mehr passiert ist, sollte es erwähnt werden.
Boston vernichtet die New York Rangers im Original-Six-Duell und erzielt dabei erstmals seit diesem Datum wieder eine zweistellige Anzahl an Toren. Marat Khusnutdinov mit einem Viererpack, Pavel Zacha mit seinem ganz gewöhnlichen ersten Karriere-Hattrick und David Pastrňák mit sechs Vorlagen.
Es ist schwierig, in dieser Liga anhand eines einzelnen Spiels Tendenzen festzumachen – doch wenn dieses Spiel kein Statement war, was dann? Marco Sturm hat den Bruins früher als von vielen erwartet (vor allem von mir) wieder Playoff-Hoffnung in die Adern gespritzt – und zwar stärker als jeder dubiose Typ am Frankfurter Hauptbahnhof.
Mit Blick auf die letzten eineinhalb Saisons zeichnet sich zudem ein immer klareres Bild ab: Die Rangers gehören gemeinsam mit den Nashville Predators zu den größten Enttäuschungen der Liga in diesem Zeitraum.
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Torben Reith





