Fünf Minuten wegen Meinung – NHL
In Deutschland ist aktuell Länderspielpause, dafür finden konstant jeden Abend - oder sollte ich besser sagen jeden frühen Morgen - Spiele in den USA und Kanada statt. Selbst wenn man seit Mittwoch den Blick über den großen Teich vermeiden würde, lohnt sich ein Erhaschen der Ereignisse in der besten Eishockeyliga der Welt.

(Foto: IMAGO / Imagn Images)
Jets hoch im Kurs! Was klingt wie eine Kauflust auf die Strahlflugzeuge, ist doch schlicht das beste Team der Anfangsphase der NHL. Nach jetzt 14 Spielen konnten die Winnipeg Jets 13 (!) Mal als Sieger vom Eis gehen, nur einmal verlor man gegen die kanadischen Kollegen aus Toronto mit 4:6. Dabei überzeugt vor allem die Offensive, welche mit 4,5 Toren pro Spiel und somit 63 Treffern insgesamt die beste der Liga ist. Einen ebenso überraschenden Start konnten die Minnesota Wild hinlegen. Angeführt von dessen Topscorer Kirill Kaprizov, der mit 24 Punkten aktuell mehr Scorer auf sein Konto bringt als Matthews und McDavid zusammen. Auch wenn der 135. Pick Overall im 2015 Draft aktuell so heiß läuft wie ich, wenn ich auf der PlayStation eine neue Saison mit mir selbst starte, wird es schwer für ihn und sein Team dieses Pensum zu halten (gleiches gilt natürlich für die Jets).
Für den Rekord gebaut ist eigentlich das Team der Washington Capitals. In der 50. NHL-Saison der Caps ist quasi alles darauf ausgelegt, dass Alex Ovechkin den All-Time-Tor-Rekord von Wayne Gretzky knackt. Dafür scheint man auf einem guten Weg. Ovi hat diese Saison nämlich schon acht Treffer erzielt und kommt der magischen Marke von 894 Toren immer näher. Gretzky selbst sagt: „Es ist keine Frage, ob er den Rekord bricht, sondern wann er ihn bricht“. Adelsschlag vom GOAT.
Gehörig Uffpasse! Dies könnte tatsächlich auch eine Kategorie im „Uff“-Podcast sein, doch ist es leider nicht. Zu Beginn der Saison kann man sich zwar noch keinen festen Playoff-Platz sichern, aber man kann schon früh viele Boden verlieren und kommt hintenheraus nicht mehr dran. Deswegen müssen manchen Teams eben gehörig „Uffpasse“. Dazu zählen für mich in erster Regel die Boston Bruins (Jubel in Toronto). Das Original-Six-Team ist zwar, allen voran mit David Pastrnak, noch mit richtigen Weltstars geschmückt, allerdings nicht mehr annähernd so stark wie noch in der Rekordsaison 2022/23. Aktuell steht das Team von der Westküste bei einem Punkteschnitt von einem Punkt pro Spiel und musste in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch die zweitbitterste Niederlage der USA an diesem Tag einfahren. Man verlor gegen den Divisionsrivalen aus Toronto mit 0:4. Boston muss diese Saison eben gehörig „uffpassen“, vor allem in ihrer Division, denn jeder weiß: Wie das Böse, schläft auch die Atlantic Division nie. Ebenfalls frühe Sorgen um die Playoffs muss sich Colorado machen. Das Team aus Denver legte einen Start hin, wie ich beim 100-Meter-Sprint bei den Bundesjugendspielen. Dies liegt möglicherweise auch daran, dass der langzeitverletzte Kapitän Gabriel Landeskog immer noch ausfällt. Neben den Superstars Cale Makar, Mikko Rantanen und Nathan MacKinnon laufen quasi alle Spieler unter ihrem Leistungsmaximum. Vor allem im Tor hakt es. Beide Goalies kommen nicht auf eine Fangquote von über 90%, auch deshalb steht schon früh ein Trade im Raum. Viel Zeit bleibt trotz der langen Saison nicht für die Avs, denn die Jets und die Wild haben ihnen auf den ersten 20 Metern schon gut 10 Meter abgenommen. Ach - und dass die Penguins aktuell eher Richtung Draft als Richtung Playoffs gucken, lassen wir mal so stehen.
_
Torben Reith





