Fünf Minuten wegen Meinung – NHL

Es ist 3:05 Uhr (MEZ) und die Oilers führen nach dem ersten Drittel mit 3:1. In Dallas wird neuerdings Oettinger alkoholfrei verkauft, was Trainer Pete DeBoer gar nicht passt und sofort aus dem Sortiment nimmt. Ob das was nützt? 

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(Foto: IMAGO - Imagn Images - Jerome Miron)

Gääähhhhn! Ja, der Schlafmangel ballert, doch wirklich einschläfernd waren die Playoffs im Osten. Schließlich haben viele gemeint, der Sieger aus Tampa gegen Florida würde ins Finale einziehen. Diese Prognose war dann doch leichter vorherzusehen, als dass Donald Trump vielleicht doch nicht ganz so viel Ahnung von dem hat, was er da treibt. Einziges Spannungsmoment war als es zwischen Toronto und Florida in Spiel sieben ging und viele Maple Leafs Fans schon wieder das große Träumen anfingen. Doch wie es so immer ist mit dem Träumen, kommt irgendwann der Wecker und kloppt dich wach. Die Panthers stehen in ihrem dritten Cup-Final in Folge und wollen den Titel verteidigen. Vor zwei Jahren zeigte sich am eindrucksvollsten, warum sie ein durch und durch gemachtes Team für die Playoffs sind. Über die Wild Card bis ins Finale. Es ging die letzten drei Jahre nur Berg auf: Presidents´ Trophy -> Conference Champion -> Stanley Cup, dann sollte doch letztes Jahr der Peak gewesen sein, oder? Somit wäre jetzt der umgedrehte Weg eigentlich angebracht. Also vom Stanley Cup zum Conference Champion zur Presidents´ Trophy. Doch mal sehen, ob dieses Team in den Playoffs überhaupt schlagbar ist oder der Peak noch Jahre in der Zukunft liegt. Durch das Weiterkommen der Panthers und der Oilers erleben wir jetzt auch zum zweiten Mal in der Geschichte ein deutsch-deutsches Duell im Finale. Auch wenn Sturm so wenig Anteil am Finaleinzug hatte wie ich am Weihnachtsgeschenk für meine Eltern. 

No touch! Das ist Unberechenbarkeit, lieber Osten. Wer hätte bei dieser Serie gedacht, dass sie bereits nach fünf Spielen vorbei ist? Zugegebenermaßen waren die letzten beiden Spiele so eng, dass sie auch gut und gerne in Richtung der Stars hätten kippen können. Andererseits haben die Oilers in dieser Serie nur ein schlechtes Drittel gespielt und dieses kostete sie Spiel eins. Kris Knoblauch hat diesem Team den gewissen Playoff-Skill geben, sodass wir McDavid beispielsweise im Penalty-Kill an erster Stelle sehen. Der Kapitän geht voran. Einziger Haken und blöder Beigeschmack für die Oilers ist der Ausfall von Zach Hyman. Mr. Slot aus dem letzten Jahr hatte nun eine Wandlung zu Mr. Check hingenommen und somit perfekt in die Playoff-Transformation aus Edmonton gepasst. Die Oilers haben jetzt die große Chance Rache zu nehmen an den Jedi dafür, dass sie jahrelang klein gehalten wurden. Obwohl ich die Panthers nicht mit den Jedi vergleichen würde. Das Machtgleichgewicht zwischen Kanada und den USA ist mächtig aus den Fugen geraten und muss nun wieder hergestellt werden. Dafür wird alles anders gemacht als im letzten Jahr: Die Order 97 steht kurz bevor. Der Clarence S. Campbell Bowl wurde berührt, was zur völligen Ekstase um kurz vor fünf in Unterföhring geführt hat. Florida setzt auf Altbewährtes und lässt die Prince of Wales Trophy links liegen. Bis Mittwochnacht können wir noch einmal alles durchatmen und dann lasset die Spiele beginnen. 

Die Verlierer! Was machen wir jetzt mit den Canes und den Stars? Bei den Hurricanes sollten sie es schon als Erfolg sehen so weit gekommen zu sein. Wobei meine Meinung ist, dass sie den einfachsten Weg hatten. Ja, sie mussten gegen das stärkste Team im Osten ran, aber die Caps waren nach dem Rekord ausgebrannt. Der Superstar im Team fehlt, was nicht schlecht sein muss, aber in absoluten Kracherspielen fehlte die Durchschlagskraft. Die Hurricanes heißen eben nicht umsonst so. In der regulären Saison noch einer auf Stufe fünf und in den Playoffs verlieren sie immer mehr an Kraft und lösen sich auf. Dallas hat seit Jahren ein gutes Team, verpasst es nur den nächsten Schritt zu machen. Sie müssen jetzt mal von einem weißen Zwerg auf einen blauen Riesen anwachsen, bevor eine Supernova kommt und alles in sich kollabiert. Dafür muss ein Rantanen in mehr als zwei Serien Weltklasse sein. Doch wer in den ersten Minuten eines entscheidenden Playoff-Spiels schlimmer schläft als ich vor dem Fernseher, hat es auch nicht anders verdient. Damit gute Nacht und bis Donnerstag, 2 Uhr (MEZ). 
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Torben Reith