Preview: Conference-Halbfinals
Die erste Runde ist vorüber und eine große Entscheidung ist bereits gefallen: es wird ein Team den Stanley Cup gewinnen, welches diesen sehr lange oder noch nie gewonnen hat. Der letzte Champion unter den verbleibenden Teams waren die Hurricanes in 2006! Aber auch sonst haben uns die ersten Serien schon einiges geboten.

(Foto: IMAGO - USA Today Network)
Fast jede Serie benötigte mindestens sechs Spiele, drei Serien gingen sogar über die volle Distanz. Zwei große Überraschungen gab es auch: Zwei Wild-Card-Teams stehen in der nächsten Runde! Heute Nacht starten direkt die Conference-Halbfinals. Was uns dort erwartet, lest ihr hier.
Eastern Conference
Florida Panthers @ Toronto Maple Leafs
Diese zwei Teams schrieben wahrscheinlich die besten Geschichten der bisherigen Playoffs. Durch das direkte Duell ist es garantiert, dass zumindest eine fortgesetzt wird. Den Leafs gelang es, die Lightning mit ihren eigenen Waffen zu schlagen. Letzte Saison waren die Bolts im Aufeinandertreffen das unterlegene Team und kamen trotzdem eine Runde weiter. Diese Saison gelang genau dies den Leafs und damit der erste Sieg in einer Serie seit 2004. Für die Leafs wird es gerade auf zwei Dinge ankommen: Goalie Samsonov und ihren Killerinstinkt! Ersterer war in der ersten Runde noch zu häufig Licht und Schatten gleichzeitig, hundertprozentig überzeugte er nicht. Auf ihren Killerinstinkt konnte sich Toronto jedoch umso mehr verlassen, denn alle drei Auswärtsspiele gewannen sie in der Verlängerung. Gelingt es ihnen dies beizubehalten, werden die Golfplätze in Ontario noch eine Weile auf ihre sonst treuesten Kunden warten müssen. Herausforderer sind die Florida Panthers, welche trotz ihres fetten Ausrufezeichens in der ersten Runde als Underdog in diese Serie gehen werden. In der ersten Runde überzeugten die Panthers gerade als Kollektiv, aus welchem einzig und allein Matthew Tkachuk etwas herausstach. Im Tor werden sie wieder auf Sergei Bobrovsky setzen, welcher erst in den Playoffs wieder zum Starter und anschließend zur Lebensversicherung für sein Team wurde. Mit dem Momentum aus der ersten Runde und ihrem unbändigen Willen kann eine weitere Überraschung gelingen!
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New Jersey Devils @ Carolina Hurricanes
Die zwei Konkurrenten um den Division-Titel werden zu Konkurrenten um den Einzug ins Conference Finale! Auch wenn die Devils sieben statt sechs Spiele benötigt haben, haben sich die Hurricanes in der ersten Runde wahrscheinlich schwerer getan. Alle Spiele in ihrer Serie waren sehr eng, zwei entschied Carolina sogar erst nach Verlängerung für sich. Die Devils lagen in ihrer Serie gegen die Rangers schon 0:2 zurück und profitierten dann davon, dass die Oldies vom Times Square scheinbar urlaubsreif waren. Gerade Spiel sieben bekamen die Devils praktisch geschenkt. Akira Schmid, der neue Starter für New Jersey, gelangen gleich zwei Shutouts in seinen vier Spielen. Es ist schwer vorstellbar, dass ihm in der zweiten Runde Ähnliches gelingt, wenn man an die Firepower der Hurricanes denkt, welche mehr gefährliche Schüsse pro Spiel abgeben als sonst kaum ein Team in der Liga. Der Druck in dieser Serie liegt definitiv bei Carolina, welche endlich mehr erreichen wollen als nur das Conference Finale. Die Young Guns der Devils können hingegen befreit aufspielen, insofern das in den NHL-Playoffs überhaupt möglich ist.
Eisblog-Tipp: Hurricanes in sechs Spielen!
Western Conference
Seattle Kraken @ Dallas Stars
Die Kraken sind die zweite Überraschung bisher gewesen und meiner Meinung nach sogar die größere. Zum Ende der Regular Season schwächelten die Kraken etwas, in den Playoffs ist davon bisher wenig zu spüren. Mit ihrem verdienten Sieg über Titelverteidiger Colorado haben sie sicherlich nicht nur uns eines Besseren belehrt und gezeigt, dass sie Playoff-Hockey können. Seattle zeichnet besonders ihre aufopferungsvolle Spielweise aus: kein Team teilte mehr Hits aus und nur Toronto blockte mehr Schüsse! Eigentlich ein Wunder, dass Oleksiak mit vier geblockten Schüssen pro Spiel noch nicht so blau wie die Trikots der Kraken ist. Auch in Runde zwei wird es wieder besonders auf unsere deutsche Krake Gruuuubauer ankommen, welcher nach Rantanen, MacKinnon und Makar nun auch Hintz, Robertson und Pavelski zur Verzweiflung bringen möchte. Die Stars schalteten die Wild doch überzeugender aus, als wir erwartet hatten. Dabei wurde Pavelski bereits in Spiel eins aus der Serie genommen, kam so nur auf zehn Minuten Eiszeit und die beste Reihe der Regular Season war nicht mehr komplett. Wie üblich in den Playoffs erfährt man nicht viel über den Gesundheitszustand verletzter Spieler. Es wäre jedoch wenig verwunderlich, wenn Pavelski nach seiner Gehirnerschütterung für Runde zwei wieder auf dem Eis stehen wird. Im Tor werden sich die Stars auch weiter auf den statistisch besten Goalie der ersten Runde verlassen können. Wir setzen erneut auf den Favoriten, lassen uns aber gerne auch ein zweites Mal von den Kraken überraschen.
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Edmonton Oilers @ Vegas Golden Knights
Ach ihr lieben Oilers, wir wissen irgendwie wieder nicht so wirklich wie viel Vertrauen wir euch schenken sollen. Zweimal ist Edmonton in der Serie gegen die Kings in Rückstand geraten, am Ende gewannen sie diese dennoch in sechs Spielen. Ausnahmsweise lässt sich auch sagen, dass Draisaitl mit seinen sieben Toren DER Grund für das Weiterkommen der Oilers ist ohne im selben Atemzug McDavid nennen zu müssen. Das große Fragezeichen in Edmonton (wie hätte es auch anders sein sollen?) steht wieder im Tor. Coach Woodcroft scheint weiterhin auf Rookie Skinner zu setzen, auch wenn dieser nicht komplett an seine starke Regular Season anknüpfen konnte. Besser sieht es auf der anderen Seite aus: Brossoit absolvierte in der Hauptrunde nur elf Spiele, gibt seinem Coach in den Playoffs jedoch keinen Grund an ihm zu zweifeln. Kann er auch gegen die offensiven Qualitäten der Oilers an seine bisherigen Leistungen anknüpfen, ist ein großer Schritt in Richtung Conference Finale für die Golden Knights bereits getan. Für den zweiten Schritt muss die Offensive sorgen. Dieser gelang gegen Hellebuyck, einem besseren Goalie als Skinner oder Campbell, immerhin ab Spiel zwei mit immer mindestens vier Toren. Die schlechte Nachricht für die Oilers: die Golden Knights haben ihr Potential in Runde eins keineswegs ausgeschöpft! Diese Serie ist außerdem die einzige, zu welcher Uneinigkeit im Eisblog-Team herrscht. Also keine Sorge Edmonton, abgeschrieben haben wir euch auf keinen Fall!
Eisblog-Tipp: Golden Knights in sieben Spielen!
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Paul Modebach





