Stanley Cup Final Preview

Es ist angerichtet! Die ewig lange Pregame-Show in Vegas wird noch geprobt und in Miami werden die Ratten bereitgelegt, um aufs Eis geworfen zu werden. Für beide Teams ist es der zweite Trip auf die größte Bühne des Eishockeys, dem Stanley Cup Finale! Beiden Teams blieb es bei ihrem ersten Versuch vergönnt den Stanley Cup in die Höhe zu heben, für ein Team wird sich das diese Saison ändern.

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(Foto: IMAGO / USA Today Network)

Florida Panthers @ Vegas Golden Knights

Heimrecht in der alles entscheidenden Serie haben die Golden Knights, Die Panthers auf der anderen Seite konnten sich nach einer durchwachsenen Regular Season nur knapp in die Playoffs retten. Spielt heute keine Rolle mehr, oder? Naja, Vegas hat auf heimischem Eis in diesen Playoffs nur drei Partien verloren, was bei der diesjährigen „Endrunde der Auswärtssiege“ keine Selbstverständlichkeit ist. Andererseits haben die Panthers bereits bewiesen, dass sie sich vom gegnerischen Publikum nicht einschüchtern lassen, mehr als die Hälfte ihrer Siege holten sie in der Fremde.

Eine viel größere Rolle dürften die beiden Goalies spielen. Für Vegas hat sich Hill den Rang des Starters im Laufe der Playoffs redlich verdient, auf der anderen Seite bringt Bobrovsky seine Gegner schon die gesamten Playoffs über zur Verzweiflung. Das spiegelt sich auch in den Statistiken wider: Bobrovsky ist mit weitem Abstand die Nummer eins, Hill die Nummer drei. Gerade Florida muss sich auch im Finale weiter auf ihren Goalie verlassen können, sollten sie nicht plötzlich beginnen, weniger Großchancen zuzulassen. Die Defensive von Las Vegas machte es Hill da bisher mit einer außerirdischen Anzahl an geblockten Schüssen schon einfacher.

Was die Offensive und häufig damit einhergehend die besonderen Momente angeht, wiederhole ich hier nochmal das, was wir euch bereits gestern in unserer Statistik der Woche präsentiert haben: Was spielt Matthew Tkachuk bitte für Playoffs?! Mich erinnert er stark an eine Giraffe und das nicht wegen seinem langen Hals oder seiner Beinlänge, sondern weil ich irgendwann mal gelernt habe, dass diese Tiere kaum Schlaf benötigen. Gerade in der Serie gegen die Hurricanes war Tkachuk noch hellwach, wenn sonst alles schon geschlafen hatte. Die Canes bekamen das durch Tkachuks Gamewinner in der vierten (!) Overtime in Spiel eins und seinem Gamewinner in Spiel vier nur wenige Sekunden vor Schluss zu spüren. Wenn es jedoch jemand gewohnt ist, lange wach zu bleiben, dann sicher Spieler aus Las Vegas.

Etwas breiter verteilt ist das Scoring auf Seiten der Golden Knights. Die Liste der Top-Scorer führt dort Jack Eichel an, der sich mit seinen ersten NHL-Playoffs seine zehn Millionen Dollar im Jahr sehr verdient.

Die Conference Finals hatten wenig Spannung inne. Vegas schenkte zwar noch zwei Spiele ab, in Spiel sechs hatten die Golden Knights dann jedoch wieder das Doppel-Ass auf der Hand und zogen so ähnlich ungefährdet wie die Panthers ins Finale ein. Ich hoffe, dass uns die ausgebliebene Spannung im Finale um Lord Stanley zurückgezahlt wird. Ich jedenfalls werden mir noch vier bis sieben Nächte um die Ohren schlagen!

Mein abschließender Tipp für das Finale basiert auf zwei Faktoren, nämlich einem sich stündlich wechselnden Bauchgefühl und der Tatsache, dass ich nicht der Vogel vom Eisblog sein möchte, welcher die Panthers viermal unterschätzt und gegen sie gewettet hat.

Eisblog-Tipp: Panthers in sieben Spielen!
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Paul Modebach