Top-Performer: NHL!

Die NHL-Saison ist vorüber und ich probiere mich mal an einer Auflistung der besten zehn Spieler der kompletten Saison, sprich Hauptrunde plus Playoffs. Sollte euer Lieblingsspieler oder Lieblingsteam nicht vertreten sein, liegt das ausschließlich daran, dass ich sie abgrundtief hasse. Spaß beiseite, solch ein Ranking liefert immer eine Menge Diskussionsstoff. Nicht umsonst ist meine Liste potentieller Kandidaten fast 20 Spieler lang.

1

(Foto: IMAGO / USA Today Network) 

Zunächst also die Spieler, die einen Platz verpasst haben: Mit Ullmark und Pastrnak trifft es gleich zwei Bruins. Der Goalie verpasst einen Platz, weil er in den Playoffs nicht zu 100 Prozent an seine Leistungen aus der Regular Season anknüpfen konnte, "Pasta" fiel einer 50:50-Entscheidung zum Opfer. Stürmern wie Hintz, MacKinnon, Marner oder Hughes wird man kaum gerecht, sich nach dieser Saison irgendwas Negatives herauszupicken, um ihren Platz außerhalb der Top Ten zu begründen. Heiskanen und Sorokin haben auf ihren Positionen gewissermaßen die Show von anderen gestohlen bekommen, beide spielten eine überragende Saison. Aus deutscher Sicht hat sich auch Tim Stützle mittlerweile verdient, neben den vielen großen Namen der NHL genannt zu werden.

Platz 10: Sergei Bobrovsky, Florida Panthers

Hier ist auch schon unser Grund für die Verbannung von Sorokin aus dieser Liste! Nach der Regular Season hatte den Goalie der Panthers wohl kaum jemand auf dem Schirm. Selbst den Rang als Starter musste er sich zurückerobern. Was folgte, waren jedoch Playoffs für die Geschichtsbücher, die neben den Fans aus Florida auch den Bruins, Maple Leafs und Hurricanes noch lange im Gedächtnis bleiben dürften. Über 16 Goals Above Expected in nur 19 Spielen ist eine Hausnummer, die Platz zehn rechtfertigt!

Platz 9: Nikita Kucherov, Tampa Bay Lightning

Wir bleiben in Florida, wechseln jedoch das Team. Heimlich still und leise beendete Kucherov (gemeinsam mit Pastrnak) die Saison auf Platz drei der Top-Scorer. Während Pastrnak mit seinem Torriecher überzeugte, zeigte Kucherov abermals sein Spielverständnis und seine Qualitäten als Spielmacher. Kucherov ist der Spieler, der bei einer guten Chance lieber den Teamkollegen sucht, um aus der guten eine sehr gute Chance zu machen - mit Erfolg! Das frühe Aus in den Playoffs sorgt jedoch dafür, dass der Flügelspieler auf Platz neun abrutscht.

Platz 8: Juuse Saros, Nashville Predators

Saros ist für uns der beste Goalie dieser Saison! Auch statistisch ist Saros die Nummer eins, was umso beeindruckender ist, wenn man bedenkt, dass die Predators die Playoffs nicht einmal erreichten. Über zehn Goalies auf den Plätzen hinter ihm hatten ein Team vor sich, welchem dies gelang - Saros sorgte fast eigenhändig dafür! In Tennessee dürfte in der Off-Season die Torhüterposition die kleinste Baustelle sein.

Platz 7: Jonathan Marchessault, Vegas Golden Knights

Marchessault war der Top-Torjäger des Stanley Cup Champions in der Hauptrunde und in den Playoffs. Auch die NHL honorierte die Leistung des Kanadiers mit der Conn Smythe Trophy, welche jede Saison an den wertvollsten Spieler der Playoffs vergeben wird. Marchessault war dabei besonders für die wichtigen Tore zuständig - drei Game Winner gehen auf sein Konto, beim 9:3 Kantersieg zuletzt schoss er hingegen keines und überließ anderen die Bühne.

Platz 6: Erik Karlsson, San Jose Sharks

Der schwedische Verteidiger ist wieder da! Nach zuletzt schwachen Saisons bei den Sharks, blühte Karlsson in dieser Spielzeit wieder richtig auf. Als erster Verteidiger seit 1992 knackte er die 100-Punkte-Marke und sammelte dabei sogar mehr Punkte bei 5-gegen-5 als MacKinnon, Pastrnak oder sogar McDavid. Der zweitbeste Scorer seines Teams hat ganze 34 Punkte weniger gesammelt. In der gesamten Liga verbrachte nur Drew Doughty mehr Minuten auf dem Eis. Ob dies seinen Scoring Output mehr oder weniger beeindruckend macht, dürft ihr entscheiden.

Platz 5: Elias Pettersson, Vancouver Canucks

Vielleicht die kontroverseste Wahl in unserer Top Ten, doch auch im Falle unseres fünften Platzes ist es das schwache Abschneiden des gesamten Teams, was uns von der Leistung des Einzelspielers überzeugt. Mit Pettersson auf dem Eis erzielten die Canucks 40 Tore mehr als sie kassierten und dass obwohl der Schwede die meiste Zeit gegen die Top-Reihen des Gegners auf dem Eis war. Die Anzahl an Blocks und die Zeit, die er in Unterzahl auf dem Eis verbracht hat, sprechen zudem für seine defensiven Qualitäten. Die Canucks brauchen mehr Petterssons!

Platz 4: Jason Robertson, Dallas Stars

Ja, wir haben auch noch Playoff-Teilnehmer auf Lager! Robertson war das entscheidende Puzzlestück der besten Reihe in dieser Saison. Er wusste sowohl seine Kollegen Hintz und Pavelski in Szene zu setzen als auch selbst das Tor zu treffen. In den Playoffs knüpfte er nahezu nahtlos an diese Leistungen an und beförderte sein Team so immerhin ins Conference Finale. Robertson war der Spieler, der mir diese Saison am meisten Spaß beim Zusehen bereitet hat - allein dafür ist Platz vier verdient!

Platz 3: Matthew Tkachuk, Florida Panthers

Was war Tkachuk bitte für ein Glücksgriff für die Panthers? Der Stürmer beförderte sein Team ins Stanley Cup Finale, hauchte dem Eishockey in Sunrise so wieder Leben ein und entwickelte sich zur Identifikationsfigur. Auch wenn Tkachuk außerhalb von Süd-Florida nicht sehr beliebt ist, wahrscheinlich jeder hätte ihn gerne in seinem Team gehabt. Für den ganz großen Coup hat es in dieser Saison nicht gereicht, vielleicht auch, weil Tkachuk zwei Spiele verletzt bestritt und im entscheidenden Spiel aussetzen musste. So bleiben mindestens sein Treffer in der ewigen Overtime und sein Series Clinching Goal Sekunden vor Schluss gegen die Hurricanes in Erinnerung.

Platz 2: Connor McDavid, Edmonton Oilers

Nur Platz zwei? Das ist ein Anblick, den der kanadische Ausnahmestürmer nicht gewohnt sein dürfte. McDavid spielte abermals eine herausragende Regular Season und wurde wie fast schon selbstverständlich mit 153 Punkten Top-Scorer. Zu behaupten, der MVP dieser Saison hätte in den Playoffs enttäuscht, ist bei den Zahlen eigentlich anmaßend. Die Standards, an denen McDavid gemessen wird, sind nun mal andere und in den Playoffs hat ein uns bekanntes Gesicht besser performed.

Platz 1: Leon Draisaitl, Edmonton Oilers

Für die Oilers war in den Playoffs bereits in der zweiten Runde Schluss. Draisaitl ist jedoch auch nach Ende der Playoffs mit 13 Toren noch der beste Torschütze der Playoffs. Erst im Finale gelang es Marchessault, mit ihm gleichzuziehen. Dieser benötigte jedoch ganze zehn Spiele mehr. Wer weiß, was ohne den Axthieb von Pietrangelo in Spiel vier gegen den deutschen Superstar noch alles möglich gewesen wäre. Auch in der Regular Season kam Draisaitl auf ganze 128 Punkte, was den Titel in unserem Ranking ein weiteres Mal dick unterstreicht.
_
Paul Modebach