Länderspiel auf…sorry neben der Dult

Es hat 20 Grad, die Leute wirken alle gut gelaunt und nebenan hört man das frohe Treiben von der Landshuter Dult. Ich war gestern beim Länderspiel Deutschland gegen Österreich und saß direkt in der ersten Reihe neben der deutschen Bank.

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(Foto: JMD Photographie)

Die Gäste aus Österreich hatten diesmal den besseren Start. Nach knapp sieben Minuten nutzten sie ihre Überzahl durch Lukas Haudum. Deutschland fand aber nur fünf Minuten später die passende Antwort durch Maxi Kammerer nach schönem Doppelpass mit Nationalmannschafts-Neuling Nico Sturm. Die Österreicher waren im Vergleich zu Donnerstag wesentlich besser ins Spiel gekommen und schossen bei Vier-gegen-vier ihren erneuten Führungstreffer durch Henrik Neubauer. Deutschland nutze zu diesem Zeitpunkt keine Powerplay-Chance und kassierte kein Tor bei Fünf-gegen-fünf. 

Im Schlussabschnitt war keine Minute gespielt ehe Nico Sturm den Ausgleich erzielte. Die Partie für den Stanley-Cup-Sieger wurde leider durch Manuel Ganahl vorzeitig beendet. Ganahl fuhr einen Ellenbogencheck woraufhin Sturm zunächst liegen blieb und dann auch nach kurzer Behandlung auf der Bank in den Katakomben verschwunden ist. Für Ganahl ging es dann auch zum Duschen und Deutschland hatte ein fünfminütiges Powerplay, welches sie nicht verwerten konnten. Es ging in die Overtime, welche auch torlos endete und die Zuschauer bekamen für ihr Geld die volle Ladung: Penaltyschießen! 

Für Deutschland lief Dominik Kahun, welchen ich aus Münchner Zeiten als starken Penaltyschützen im Kopf habe, an, doch Starkbaum blieb Sieger. Der erste Schütze für unsere Nachbarn war Lukas Haudum, welcher Tiefensee vernaschte. Marcel Noebels war der zweite deutsche Schütze, versuchte seinen Move von der WM gegen die Schweiz, scheiterte aber auch am starken Starkbaum. Nachdem Neubauer traf und Schinko vergab, stieg die Spannung an. Sollte Zwerger das Tor machen, würde Österreich gewinnen und so kam es dann auch. Nach Länderspielen werden ja traditionell die besten Spieler auf beiden Seiten geehrt. Auf Seiten der Österreicher war es Bernhard Starkbaum und der deutsche Spieler des Spiels wurde Marcel Noebels. Österreich hat gestern verdient gewonnen, sie haben die richtigen Lehren aus dem ersten Spiel gezogen. Nach dem Spiel hatte ich noch die Möglichkeit ein paar Stimmen einzufangen, aber lest selbst.

Kilian Zündel (HC Ambri Piotta, diesjähriger Spengler-Cup-Sieger):

Was würdest du heute zum Spiel sagen?

Kilian Zündel: „Ich würde es als sehr kompetitiv von beiden Mannschaften beschreiben. Sehr eng und Österreich hat heute verdient gewonnen.“

Dass es bis ins Penaltyschießen ging war doch eher überraschend oder?

Kilian Zündel: „ Ja auf jeden Fall! Letztes Spiel, als es gleich 2:0 stand, haben wir nicht gewusst wie das Spiel enden wird. Dass es dann bei 2:0 geblieben ist war super und wir haben durch Video und Analyse dann geschaut was wir schlecht gemacht haben. Das haben wir heute verbessert und deswegen haben wir es auch heute ins Penaltyschießen gebracht.“

Tobias Fohrler (HC Ambri-Piotta, diesjähriger Spengler-Cup-Sieger):

Wie würdest du das heutige Spiel einordnen?

Tobias Fohrler: „Österreich hat wieder gut angefangen, die haben einen guten Forecheck, gut Druck gemacht. Schlussendlich müssen wir bei Fünf-gegen-fünf ein bisschen besser spielen, wir müssen die Zweikämpfe gewinnen. Der große Unterschied heute waren die Specialteams, ich glaube im dritten Drittel haben wir gefühlt zehn Minuten Powerplay gespielt, auch Fünf-gegen-drei. Da müssen wir natürlich bei einem Spielstand von 2:2 ein Tor machen, dann entscheiden wir das Spiel viel früher. Penaltyschießen ist dann natürlich immer ein bisschen Lotterie.“

Maxi Kammerer (Kölner Haie)

Wie würdest du das Spiel im Vergleich zum letzten beschreiben?

Maxi Kammerer: „Ich glaube, dass Österreich heute wieder gut gestartet ist und sie waren am Anfang die bessere Mannschaft. Am Ende haben wir noch etwas vor uns, an der Überzahl müssen wir arbeiten auch an der Unterzahl. Wenn du so viel Überzahl hast, dann musst auch ein Tor machen und das Spiel entscheiden. Das haben wir heute leider nicht geschafft und deswegen liegt die nächsten ein bis zwei Wochen noch etwas vor uns. Wir werden die Aufgabe annehmen und freuen uns auf die Slowakei.“

Moritz Müller (Kölner Haie)

Wie würdest du das heutige Spiel zusammenfassen?

Moritz Müller: „Ich denke, dass Österreich heute nicht unverdient gewonnen hat, wir hatten auch die Chance im Powerplay das Spiel zu entscheiden. Wir waren dort aber nicht effizient genug, haben zu viel liegen lassen und so hat Österreich das Spiel dann am Ende gewonnen.“

Als Nächstes steht die Slowakei vor Ihnen, was erwartet Sie?

Moritz Müller: „Ich denke, dass man aus dem heutigen Spiel schon Lehren ziehen kann. Ich denke, wir brauchen ein bisschen mehr Konsequenz nach vorne, Zug zum Tor, wir müssen die Scheibe tiefer spielen, wir bleiben zu oft in der neutralen Zone hängen. Die Specialteams müssen besser werden, sowohl Überzahl als auch Unterzahl, dann können wir auch die Slowaken schlagen.“

Dominik Kahun (SC Bern)

Wie würdest du das heutige Spiel zusammenfasse?

Dominik Kahun: „Auf keinen Fall unsere beste Leistung, das wissen wir alle. Die Österreicher wollten es mehr als wir, das wissen wir und wir müssen uns steigern. Ich will nicht sagen, dass es eine Einstellungssache war, wir waren bereit. Aber die finalen Zweikämpfe haben sie gewonnen und wir haben noch viel Arbeit vor uns.“

Als nächstes steht die Slowakei vor euch, was erwartet euch?

Dominik Kahun: „Es wird auf jeden Fall eine Steigerung, wenn nicht sogar eine doppelte Steigerung von Österreich und jetzt. Man muss es den Österreichern lassen, sie haben hart gekämpft und es sich auch verdient. Wie ich die Slowaken bis jetzt verfolgt habe, erzielten sie gute Ergebnisse, sie haben zwei Mal gegen die Schweiz gewonnen. Das werden sehr harte Spiele und wie ich bereits erwähnte, wir müssen uns steigern, dass wir da mitspielen können.“

Du hast bereits unter mehreren Nationaltrainern gespielt, was hat sich von Söderholm auf Kreis geändert?

Dominik Kahun: „Für mich ist das noch schwer zu sagen, weil ich erst ein paar Tage hier bin. Was ich sagen kann ist: Es ist sehr positiv in der Kabine, die Stimmung ist super und vom System her, würde ich nicht sagen, dass sich viel geändert hat. Teilweise sind ein paar Details gleich, aber wie gesagt es ist einfach noch zu früh da ein Statement abzugeben.“

An dieser Stelle auch nochmal ein großes Dankeschön an die Jungs, die sich meinen Fragen spontan gestellt haben und ich wünsche euch alles Gute für die WM und die kommende Saison in euren Ligen!
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Moritz Mühlbauer